Happytime

Liebe Freunde

Ich hab's wieder getan!
Ich war an einer Produkte-Party.
Nachdem ich Dessous, Schmuck, Kerzen, Putzlappen und Tupperware schon hinter mich gebracht habe, waren's diesmal die Salben.

Zuerst muss ich Euch mal was grundlegendes zu solchen Partys sagen: Es geht eingentlich nur darum, fremde Wohnungen anzuschauen und sich gesittet das eine oder andere Gläslein Prosecco hinter die Binde zu kippen! Anfangs will man gar nicht und nimmt sich wirklich fest vor, nichts zu kaufen und alles doof zu finden und so... Doch dann, wenn das Produkte-Frölein erst mal losgelegt hat, gibt's kein Halten mehr!! Und egal um welche Art von Verkaufsgut es sich handelt, die "Party" läuft immer nach dem gleichen Schema ab:
Die Frau erzählt zuerst ein nettes Geschichtli aus ihrem Leben: In der Regel handelt es sich um eine Hausfrau kurz nach der Midlife-Krise oder um geschiedene Mütter mittleren Alters. Sie suchen nach dem Sinn des Lebens und geraten in die Fänge irgendwelcher Ami-Marken, denen sie für ein bisschen zurückgewonnenes Selbstbewusstsein ihre Seele verkaufen. Zurück zum Einstiegs-Gschichtli: Das Leben war grau und langweilig, bis sie auf Produkt X gestossen sind, welches alles von Grund auf veränderte und nun sich nun als wirklich total unverzichtbar entpuppte. Dann folgen einige Anektöteli, witzige Sachen, wirklich, die man mit Produkt X erlebt hat und der Schwur, dass man es tatsächlich nicht des Geldes, sondern der Überzeugung wegen an die Frau bringen will. Selbstlos - nicht durchtrieben! "Sich etwas Gutes gönnen", "sich selber verwöhnen" sind die verkaufsfördernden Slogans sämtlicher Produkte (sogar bei den Putzlappen!!). Dieser Moment ist mir immer besonders peinlich, weil ich unweigerlich Bildern von Kerzen, Samtlaken und Masturbationsorgien in meinem Kopf habe. Komischerweise spielen darin Crèmes aber nie eine Rolle...
Egal. Man soll sich also was gönnen. Okay.

Es folgt Teil zwei: Man begibt sich an den Tisch - nebenan das Produkt-beladene Bügelbrett zum Aufgeilen. Dann wird man fies angefixt, indem die Frau einem Peelings, Packungen und Bäder für jeweils einen Fuss, eine Hand, ein Bein oder einen Arm macht. Eine Extremität deshalb, weil die andere schliesslich spüren soll, wie unsäglich unkonfortabel sich die Haut sich ohne besagte Salbe anfühlt... Ganz gemein!! Und nach rund einer Stunde Predigt, glaubt man tatsächlich, dass das Leben ohne dieses Produkt keinen Sinn mehr hat. Gruppendynamik sei Dank, wiegeln sich alle Weiber gegenseitig noch hoch und reden eventuelle Hamsterkäufe schön. Eigentlich geht es aber darum, die anderen zu mehr-Geld-ausgeben anzustiften - damit man sich selber nicht schlecht fühlt und nicht die am meisten Bekehrte von allen ist! Danach geht man Marken-gläubig heim, erwartet sehnsüchtig die Produktelieferung, benutzt es dann konsequent eine Woche, worauf es dann im Schränkli landet und mumifiziert. Na ja.

Dieses Mal war ich jedenfalls sehr stolz auf mich: Gebe läppische 90 Fränkli für ein wirklich wichtiges Pfefferminz-Fusspflege-Set, eine kühlende Joghurt-Gesichtsmaske und eine Lidschattenpalette aus. Ich hab das Gefühl, ich werde das alles benutzen. Täglich.

...Und in etwa zwanzig Jahren, wenn ich keinen Alkohol mehr vertrage, zu fett für meine Schwesterntracht bin und freudlos durchs Leben streife, hoffe ich darauf, dass mich irgend eine Ami-Marke adoptiert und mir die Chance gibt, jungen, glücklichen Mädels das Geld aus der Tasche zu ziehen!

HA!

xxx, Eure Jeannine (gepeelt, gestriegelt, gesalbt und in Klarsichtfolie gepackt)

28.5.10 11:07

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