Sommer

Liebe Freunde

Verzeiht mir meine Schreibfaulheit der vergangenen Wochen und lasst mich im Glauben, dass ihr's ohne mein Gefasel kaum ausgehalten habt.
Wenn's zu heiss ist, vermeide ich jeden überflüssigen Fingerschlag... was meinen Patienten meist scheissegal ist und ich's drum in der Freizeit kompensieren muss.

Aber jetzt regnets. WM ist auch durch. Die nölenden Kinder sind in Lager gesteckt worden. Ruhe herrscht.

Folgendes ist geschehen:

1. Velotour:

Ich mag's irgendwie, Events zu organisieren, von welchen ich keine Ahnung habe. So brachte mich der Skitag der Chirurgie wieder auf die Bretter (wohl oder übel) und die Velotour auf's Rad. Und stellt Euch vor: Ich mag's!! Seit ich ein taugliches Modell zwischen meinen Schenkeln klemmen habe, macht's sogar Spass!! Jedenfalls beinhaltete besagte Velotour eine Übernachtung auf dem Campingplatz. Hab mir ja semiprofessionell für läppische sechzig Fränkli Interdiscount-Zelt samt Interdiscount-Schlafsack gekauft (fantastisches Design!). Und auch sonst diversen Grümpel, den man so braucht (=Selbstüberlistung zwecks Shopping für wirklich überlebenswichtiges Equipment!)... Hab auch alles brav auf den Campingplatz geschleipft. Gott sandte jedoch just im Moment des Zelt-aufbauens Regen, so dass ich mich dann doch für die Kuschelecke im Wohnmobil aka Barbiemobil entschied.
Wirklich patente Sache das! Und wie gesagt, tatsächlich vergleichbar mit Barbiemobil: Ganze Tage könnte man damit verbringen, Lavabos, Sessel, Pritschen, Kästen und WC's hin und her zu schieben. Lustig! Am Ende hat's aber wirklich alles, was man braucht! War sehr beeindruckt und wirklich glücklich darüber, das Interdiscount Zelt nicht während Regen und Donner ausprobieren zu müssen.
Was den Campingplatz betrifft: Das ist eine schräge Meute. Die Hardcore-Camper meine ich... Man landet quasi in einem Mikrokosmos mit tausend geschriebenen (und noch viel mehr ungeschriebenen!) Gesetzen. Und dann hocken die alten Säcke vor ihren Trailern, gaffen, hören Radio und trinken ihr Bier, wärend die Weiber von Vorzelt zu Vorzelt huschen und sich über die Jungen in den Zelten auslassen. Zwischendurch wird kollektiv Geschirr abgewaschen und am Sack gekratzt. Dies ist natürlich reine Spekulation! In Wirklichkeit sind die alle ganz nett und winken, wenn man vorbei läuft.
Trotzdem schräge Vögel.
Hätte ich eine fahrbare Wohnung, würde ich sie bestimmt nicht in der Schweiz an den Boden zäunen!! Aber eben. Jedenfalls sehr gelungener Ausflug und grosse Freude an Velo (der Jussuf Islam).

2. Arbeiten im T-Shirt:

Welch revolutionärer Durchbruch!! Unsere aktuelle Dienstkleidung zeichnet sich nicht nur durch sehr unpraktisches Design, sondern auch durch null Atmungsaktivität und stink-Tendenz aus. Also haben wir durch ein kurzes, aber heftiges Aufmurren erreicht, dass man uns gestattet, in privaten, weissen, dezent dekoltierten, über Nabel und Nierchen reichenden T-Shirts zu arbeiten. Bin gleich zum Jugoladen gerannt, und hab mir die hässlichsten, billigsten, weissen Leibchen ever geholt. Herrliche Sache, so zu arbeiten!
Auch für die Patienten, wie's scheint... Die Automatismen der rechten Hand bleiben nämlich: Normalerweise steckt in der linken Brusttasche der "Uniform" das halbe Büro, der Badge, das Stethoskop. Zigis, Kaugummis, Parfüm und gebrauchte Spritzen. Will man sich so bucken (bücken? neigen?), greift man folglich mit der rechten Hand an die linke Brust, um komplettes Entleeren besagter Tasche zu vermeiden. Gleiches gilt beim Sprint durch den Korridor. Momentan greift die rechte Hand also ins Leere, oder eben einfach zum Busen. Büromaterial, Zigis, Kaugummis, Scheren und Zahnseide stecken jetzt schliesslich in den Hosentaschen - was zugegebenermassen den Oberschenkeln nicht schmeichelt, aber durch Busengrapschen direkt wieder wett gemacht wird. Alles in allem aber wirklich tolle Sache.
n dieser Stelle ein Danke an die Teppichetage (die wahrscheinlich auf den Bahamas hockt und kühle Drinks nippt).

3. Martinis am See:

...noch ausstehend. Will ins Gras an den See hocken und mich bis zur Besinnungslosigkeit mit Martinis zuschütten. An alle, die nicht schwanger sind: Diesen Punkt muss ich diesen Sommer noch abhäklen! Meldet Euch!

4. Zwei schwangere Freundinnen und eine Hochzeit:

Nichts von alldem betrifft mich. Also natürlich schon. Eigentlich so sehr, dass ich Hormon-technisch voll mitmache und zu sentimentaler Schrulle mutiere. Aber um's nochmal klar zu stellen: Ich bin nicht schwanger und ich heirate auch nicht! (= Prävention für Buxerfescht! Jeder, der danach fragt, wird verprügelt!)

So.

Angesichts des tatsächlich kühlen Abends werde ich mich jetzt ins Näscht hauen und sowas von schlafen! Bin froh, die schwitzenden, aufgedunsenen, Sommerkörper für einige Tage nicht sehen zu müssen (Tram fahren bei über 30°C ist soooo eklig!) (Krankenschwester zu sein übrigens auch!), hoffe aber, der Sommer ist noch lange nicht vorbei: Meine Erwartungen sind gross, die Pläne zahlreich und der Teint noch eine Nuance zu hell.
Bis zum nächsten Wolkenbruch!

xxx, Eure Jeannine (sagt Euch: Kauft keine Louis Widmer Sonnencreme! Affenteuer, stinkt!)

14.7.10 22:07

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